Immer mehr Pferde sind "Krüppel":

Wie das Internet unser Pferd kaputtmacht und was wir dagegen tun können

 

In unzähligen Foren werden Fragen gestellt, wenn mit dem Pferd vermeintlich was nicht stimmt oder wie man bestenfalls trainiert. Die Antworten sind haaresträubend und können aus eigentlich gesunden Pferden plötzlich unreitbare machen, wenn man ihnen Glauben schenkt. Oder man lässt es und widmet sich mal wieder den Basics.

 

Ich habe offenbar zwei behinderte Pferde. Ginge es, würden sie im Rollstuhl sitzen, auf Krücken durch die Gegend laufen oder eine Psychotherapie benötigen. Das suggerieren mir zumindest das Internet bzw. die Foren, in denen man gesundheitliche Aspekte seines Pferdes mit anderen Forumsmitgliedern beleuchten kann.

 

Seit geraumer Zeit lese ich mal amüsiert, mal erschreckt verschiedene Foren, die sich mit Dingen rund um die Pferdegesundheit beschäftigen. Das „Gesunde Hufe-Forum“, die „Magengeschwür-Gruppe“, die „Mein Pferd hat Würmer-Runde“ aber auch „das akademische Kaltblut“ oder „Shetties in Balance“ geben einen tiefen Einblick in das Wissen bzw. Nicht-Wissen der digitalisierten Reiterwelt. So wird aus einer „einfachen“ Verspannung gleich ein Fesselträgerschaden, aus einem Ohrenanlegen beim Satteln Kissing Spines und aus einer unzerkauten Möhre eine neue Wurmart. Da wird jemandem mit einem kurzbehalsten Fjordpferd zu ganz viel und ganz tiefem Vorwärts-Abwärts-Reiten geraten (das arme Tier, man stelle sich da nur mal vor) oder dem dressurorientierten Kaufinteressenten ein Araber mit flacher Kruppe angeboten. Da sind physische wie psychische Probleme bereits vorprogrammiert.

 

Wenn dann Nicht-Wissen auf Halb-Wissen trifft, hat das für das Pferd also mitunter dramatische Folgen. Wie hat das eigentlich alles angefangen? Gibt es Möglichkeiten, diese Spirale zu unterbrechen?

 

Zur zweiten Frage: Deutliches Ja. Aber dazu später. Bei der ersten Frage muss man weiter ausholen:

 

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit einen Beitrag von Julie von Bismarck gelesen, in dem es u.a. um die Entwicklungen im Reitsport, v.a. aber um die in den Reitschulen ging. Dort wurde von „Shifting Baselines“ gesprochen, einfach gesprochen also von der Verschiebung ursprünglicher Grundsätze, die einst den Reitsport respektive den Umgang mit dem Pferd prägten. Diese Verschiebung geschieht in eine negative Richtung, die zur Folge hat, dass mehr und mehr Reiter die korrekten Grundlagen zum Umgang mit dem Pferd und des Reitens nicht mehr erlernen. Es fehlt zum einen an Zeit, zum anderen vielleicht aber auch an Willen und Intellekt, diese Grundlagen zu verstehen. Der Gedanke, dass Reiten viel mehr ist, als sich in allen Gangarten auf dem Pferd halten zu können und mittels fantasievoller Hilfsmittel ein in vermeintlich schöner Haltung laufendes Tier unter sich zu haben, gefällt den meisten nicht. Dass das Pferd dabei mangels Losgelassenheit vor Taktfehlern nur so strotzt, wird gekonnt übersehen. Der lange, nachhaltige Weg zu einem harmonischen Pferd-Reiter-Paar ist wenig attraktiv geworden, man will schnelle Ergebnisse sehen, was nicht zuletzt an unserer vielerwähnten Leistungsgesellschaft liegt, die sich auch im internationalen Turniersport zeigt. Die Ergebnisse kennen wir ja. Sie sind dennoch weiterhin Vorbild für die Reiter, die Opfer der oben genannten Shifting Baselines sind.

 

So verwundert es kaum, um nun zur Frage zurückzukommen, dass hunderte von Foren existieren, die von tausenden von Reitern regelmäßig in Anspruch genommen werden, um sich Rat zu holen, da die einfachsten und grundlegendsten Dinge nicht mehr beachtet werden. Die Antworten kommen in den meisten Fällen von Reitern und selbsternannten Tierärzten, Physiotherapeuten, Osteopathen, Trainern usw., die genauso wenig oder noch weniger Ahnung haben, als der Fragensteller. Und so finden sich Diagnosen, die dazu führen, dass ich mein Pferd aufgrund der ganzen möglichen Erkrankungen/Fehlstellungen/Exterieur“fehler“…, die auf dem geposteten Foto zu erkennen sind, wie ein rohes Ei behandle und nicht mehr belaste. Als Nicht-Baseline-Geshifteter weiß man, dass Pferde sehr genau das Verhalten ihres Besitzers spiegeln und dadurch mitunter vielleicht wirklich eine Krankheit entstehen kann. Außerdem hat man als Mitglied dieser Spezies Kenntnis darüber, dass auch ein Pferd mit starkem Unterhals nicht unbedingt Verspannungen dort haben muss, eine bodenenge Beinstellung nicht zwangsläufig  zu einer Trageerschöpfung führt oder eine weit herausgestellte Hinterhand nicht immer eine Rückenproblematik darstellt, denn all diese Dinge können rassetypische Merkmale sein, die beim Training berücksichtigt werden müssen, was heutzutage leider immer seltener Anwendung findet.

 

Was kann nun dagegen getan werden?

 

Als allererstes: Abstand nehmen von der „Beratung“ im Internet. Auch wenn man schon seit einer gefühlten Ewigkeit reitet, weiß der gebildete Reiter, dass man nie, wirklich nie auslernt. Jedes Pferd ist anders und stellt auch erfahrene Pferdemenschen täglich vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Ja, das kostet und ja, das braucht Zeit. Reiten war bis vor ein paar Jahrzehnten nicht umsonst „Elitesportart“, die das nötige Kleingeld voraussetzte. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass das wieder so werden sollte, jedoch sollte sich der ein oder andere mal ganz ehrlich hinterfragen, ob ein eigenes Pferd sein muss, wenn man nicht die Muße hat, sich auch aktiv mit dem Konstrukt Pferdekörper zu beschäftigen. Es gibt natürlich (!) auch Beispiele von Pferdebesitzern und Reitern, die trotz einer fehlenden Grundbildung vieles richtig machen. Diese bedienen sich meist ihres Verstandes und ihres Bauchgefühls. Davon gibt es leider nur wenige.

 

Allen anderen sei geraten: Fachleute ranholen, und zwar die richtigen. Und: Fortbildung in den Grundlagen! Das heißt, dass jeder, der sich auf ein Pferd setzt, wissen sollte, wo er da eigentlich genau draufsitzt (Anatomie) und was beim Reiten im Pferdekörper passiert (Biomechanik). Das gilt sowohl für Freizeit- als auch turnierambitionierte Reiter. Nur, weil ich am liebsten durch Wald und Wiesen reite, muss mein Pferd mich trotzdem, oder gerade deswegen, doch gesund tragen können.  „Kräftige“ Gelenke rechtfertigen keinen 100kg schweren Reiter auf einem Welsh C, genauso wenig ist die Statur eines Kaltbluts per se für das Tragen von Lasten geeignet.

 

Auch bei der Haltung und Fütterung sind Grundlagen wichtig: Die Unwissenheit auf diesem Gebiet hat in den letzten 20 Jahren eine Fülle von Stoffwechselerkrankungen wie Cushing oder EMS gefördert, deren Häufigkeit immer weiter steigt. Wer seinem Freizeitpferd, das er 3-4x die Woche eine Stunde im Gelände reitet und welches bestenfalls im Offenstall 24 Stunden mit Heu versorgt ist, zusätzlich noch Kraftfutter wie Gerste, Hafer oder zuckergeschwängertes Müsli verabreicht, weil er es gut meint, braucht sich nicht wundern, wenn das Pferd dann die Diagnose EMS bekommt. Das muss nicht passieren, aber die Zahlen der Neuerkrankungen sprechen hier für sich. Auch hier ist eine Beratung durch einen Fachmann von Nöten. Wozu gab es wohl damals die Futtermeister in den Ställen? Die wussten, was sie machten. Heute nennt sich derjenige Futtermeister, der den Pferden das Futter verabreicht. Ahnung davon haben jedoch die wenigsten.

 

Ganz allgemein gesprochen: Nehmt doch mal wieder ein Fachbuch in die Hand und holt Euch dort Grundlagenwissen. Geht mit diesem Grundlagenwissen zu einer Fortbildung. Das macht Spaß und wird mittlerweile überall themenorientiert angeboten. Außerdem trifft man auf Gleichgesinnte und kann mit diesen in qualifizierterem Rahmen Probleme, Ansichten oder Trainingsmethoden diskutieren als bei Facebook und Co. Zudem kostet das alles nicht die Welt. Die Pferde, die Ihr reitet, werden es Euch danken! Und wenn es der Geldbeutel zulässt: Regelmäßig einen guten Trainer beanspruchen! Kostet, aber lieber einmal im Monat guten Unterricht nehmen als viermal schlechten.

 

„Reiterei hat nicht nur mit körperlichen Fähigkeiten zu tun, sondern auch mit Gelehrsamkeit und daher auch mit Wissen und Intelligenz.
Ein guter Reiter braucht einen guten Charakter,
es geht also auch um Mentalität und Geist.“
Charles de Kunffy

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 19
  • #1

    Daniela (Dienstag, 05 März 2019 10:04)

    Guten Unterricht bzw. einen guten Trainer zu finden ist aber auch schwierig. Ich hab das Glück, so jemanden zu haben, habe aber lange gesucht. Und ja, das kostet.
    Danke für den leider so wahren Artikel.

  • #2

    Lisa (Freitag, 08 März 2019 09:48)

    Der Artikel spricht mir aus der Seele . Ich bin Physiotherapeutin für Pferde, in den letzten Wochen/ Monaten hatte ich vermehrt Kunden- von der Kategorie, wie in dem Artikel beschrieben . Das ist richtig frustrierend.... Zum Glück gibt es noch andere Pferdeleute mit Herz und Verstand -> auch wenn ich das Gefühl habe, das solche Pferdebesitzer vom aussterben bedroht sind :-/

  • #3

    Micha (Freitag, 08 März 2019 12:28)

    Grundsätzlich bin ich auch jemand der gerne Erfahrumgswerte anderer Pferdebesitzer liest oder hört. Dabei geht es mir mehr um Dinge zur Gesundheit, da ich mein Pferd nicht reite.
    Jedoch habe ich den Eindruck, das einige ihre Pferde auch tot therapiert haben. Deshalb ist eigenständiges Denken bei mir Pflicht.
    Natürlich entwickelt sich alles weiter , aber nicht jede Entwicklung ist hilfreich. Wenn ich mir alleine schon die heutige Zucht anschaue, sehe ich, das weniger manchmal mehr ist.
    Der Artikel ist eine gute Anregung, sich mal Gedanken zu machen.
    Danke dafür.

  • #4

    Katrin (Samstag, 09 März 2019 23:58)

    Danke für diesen ehrlichen Artikel!

    Wie auch darin erwähnt, sehe ich das Hsuptproblem darin, dass Reiten leider auch zum Breitensport geworden ist. Das hat zur Folge das es viele Unprofessionelle Reitschulen gibt, die sich nicht mehr die Mühe geben die Basics zu Lehren aus der Angst heraus es könnte zu Mühsam und unspektakulär sein was zur Folge hätte, dass die Schüler wieder abspringen.

    Wenn ich mir alleine anschaue auf welchem Niveau inzwischen die (Österreich) Lizenzen (Bronzenes Reiterabzeichen in Deutschland) erritten werden können, da wird mir übel und mit diesen Grundkenntnissen werden dann die ersten Pferde angeschafft. Da wundert es nicht, dass da dann viele Pferde und auch Reoter auf der Strecke bleiben.

  • #5

    Manuela (Sonntag, 10 März 2019 07:10)

    Natürlich darf Jeder seine Meinung sagen, aber ungefragt von oben herab Andere mit erhobenen Zeigefinger zu "belehren".... ich weiß nicht. Ich glaube jeder sollte nur vor der eigenen Haustüre kehren, natürlich denkt man sich manchmal seinen Teil, aber Ratschläge sollten doch nur gegeben werden, wenn man um Rat gefragt wird, nicht aber aufoktroyiert werden. Mir unbegreiflich so viel Zeit und Energie in etwas zu stecken. Wenn mir etwas nicht entspricht, schau ich einfach nicht mehr in die entsprechenden Foren, anstatt im Nachgang Energie rein zu stecken, um mich über vermeintliche Unwissenheit im Netz aufzuregen....

  • #6

    Juliane (Dienstag, 12 März 2019 11:55)

    ...so true. Auch ich bin in ein paar wenigen FB-Gruppen als Mitglied dabei und muss sagen, dass von diesen allen nur exakt 2 Gruppen was taugen in Aussagen und Themen. Die Arbeit und das Engagement der Admins dieser zwei Gruppen ist in meinen Augen absolute Höchstleistung, denn so - und nur so - beinhalten diese Gruppen tatsächlich "Inhalt" und positive, sachverständig fundierte, klar formulierte Worte! Und man staune ;-) auch die Mitglieder dieser Gruppen versuchen wirklich zu verstehen... Dafür bin ich diesen Admin-Frauen megadankbar!

  • #7

    Jimmy (Mittwoch, 13 März 2019 10:22)

    Leider ist das Wesen Pferd bei den meisten zur Nebensache geworden.
    Es gilt nur noch, wer die schönste Schabracke,Stiefel ,Gerte und was weiß ich noch alles, hat.
    Ich habe mal eine Reiterin gefragt, ob sie ihrem Pferd mal ins Auge geschaut hat, sie meinte da ist doch gar nichts!
    Das ist das Problem, die Seele Pferd wird nicht mehr wahr genommen und deshalb schwindet so ziemlich alles was rund uns Pferd wichtig ist.
    Es gibt viele die mit ihrem Pferd sprechen aber leider wenig die ihm auch zuhören.
    Diese Foren sind für mich absolut tabu.
    Leider gibt es aber auch unter den sogenannten Fachleuten schwarze Schafe.
    Wenn z.b ein Physio 60 min. irgendwo am Pferd herum drückt und dem Besitzer dann genau das sagt was der hören will und natürlich das es weiteren Behandlungen bedarf aber nicht einmal geschaut hat ob der Sattel passt und wie das Pferd geritten wird ect.
    Natürlich sind nicht alle so, zum Glück.
    Ich glaube das solche selbsternannten Fachleute auch dazu beitragen das viele in den Foren sich Rat holen, weil der Fachmann jetzt schon 5 mal da war aber es keine Besserung gibt.
    Verschiedene Meinungen von Ärzten, Phisios,Sattlern oder HS ist für viele zu anstrengend.

  • #8

    Rec (Mittwoch, 13 März 2019 15:25)

    Ich bin da hin und her gerissen, denn ich habe selbst ein nicht ganz einfaches Pferd und dadurch einige Baustellen. Inzwischen hatte ich viele sogenannte Fachleute dran und muss auch sagen, es ist schwierig einen wirklich guten zu finden! Ich war zwischenzeitlich echt am verzweifeln. Problematisch ist finde ich, dass die verschieden Fachleute oft nicht Hand in Hand arbeiten und jeder sein eigenes Süppchen kocht und von den Hinweisen/Ideen des anderen nichts wissen will. Als Pferdebesitzer, der eigentlich nur will, dass sich das Pferd wieder problemlos bewegen kann, stehst du dazwischen und weißt nicht was richtig und was falsch ist. Ich hole mir auch gerne Anregungen aus dem Internet, bespreche diese Sachen aber mit Trainerin/Physio, bevor ich es umsetze. Aus der Erfahrung heraus muss ich sagen, wenn die Fachleute, die das Pferd real vor sich haben, sich schon schwer tun, das Problem zu finden, wie soll das dann jemand übers Internet können?

  • #9

    Alexandra (Mittwoch, 13 März 2019 16:50)

    hallo besten dank für den Bericht. das tolle Ding Buch ist wohl zu altmodisch. ich liebe Bücher und lese immer wieder mal was nach. Es gibt ja einfach Standartwerke, die man/frau haben sollte. lg

  • #10

    Jutta Sieg (Samstag, 16 März 2019 12:36)

    Super Bericht, mir so was von aus der Seele gesprochen.

  • #11

    Melanie Eschbach (Montag, 18 März 2019 10:49)

    leider fängt es doch schon beim Erlernen des Reitens an. Heutzutage wird man schon in der ersten Stunde an die Longe gehängt, bekommt die Zügel in die Hand und es wird leichttraben geübt. Anstatt erst mal ein Gefühl für korrektes Sitzen auf einem pferderücken zu bekommen. Nix mehr mit Balanceübungen. Kinder die nach einem Jahr noch immer nicht richtig die Zügel in der Hand halten. Geschweige denn ein Pferd ordentlich satteln können. Woher soll ein zukünftiger Reiter denn das Wissen erlangen wenn schon die ganzen Reitschulen nix mehr auf die Reihe bekommen und nur das Geld im Vordergrund steht.

  • #12

    Beate (Montag, 18 März 2019 14:20)

    Aus meiner Sicht ein Bericht, der durchaus dazu geeignet ist, Bewussein zu schaffen. Dass sich jemand selbst zum Tierarzt ernennt halte ich jedoch für eher unwahrscheinlich. Und das Pferde unbedingt menschliches (Fehl)Verhalten spiegeln, ist für mich auch etwas zu einseitig gedacht. Möglicherweise drücken sie ja die wahre innere Haltung ihres Besitzers zu bestimmten Dingen aus - zu sich selbst, zu anderen und zur (digitalen) Welt. Das Internet ist das Medium unserer „modernen“ Gesellschaft - in dem manchmal recht sinnvolle Informationen verbreitet werden, aber auch viel unnützes Zeug grassiert. Jeder kann und muss doch selbst entscheiden, wie er (sie, es) es nutzt. Die Frage ist ja auch, welche persönliche Not dahinter steckt, wenn man sich erst einmal selbst behilft. Wer kein oder nur wenig Geld hat (oder es lieber für Schuhe, Taschen, etc. ausgibt) leistet sich vermutlich nicht so schnell teure Behandlungen vom Experten - aber wahrscheinlich auch keine Fortbildung. Verstehen heißt in diesem Zuge nicht damit einverstanden zu sein. Was jeman tut oder unterlässt ist aus meiner Sicht einfach eine Frage des persönlichen Anspruchs. Und manche glauben ja auch, dass sie selbst schlauer als der Tierarzt sind. Bedauerlicherweise sind die diejenigen, die Leidtragenden, die den wenigsten Einfluss geltend machen können - die Pferde.

  • #13

    Manfred (Montag, 18 März 2019 21:05)

    Genau so.Danke

  • #14

    Sônia Hanssen (Freitag, 22 März 2019 15:29)

    Super Artikel, mir aus dem Herzen gesprochen

  • #15

    Natha 91 (Samstag, 23 März 2019 09:19)

    Ich habe es oft so empfunden, dass so genannte Fachleute die emotionale Bindung der Tierbesitzer maßlos ausnutzen um Profit zu schlagen. Bei mir war das erstaunlichste dass Hufbearbeiter oftmals nur eine Fortbildung gemacht hatten um sich Huforthopäde oder sonstiges zu nennen und jedes mal für eine Barhuf Behandlung bar abgerechnet ein nettes Sümmchen verlangt haben. Ein staatlich geprüfter Hufschmied mit langer Ausbildung und Berufserfahrung und einem anerkannten Berufsbild wird dagegen als der Bösewicht dargestellt. Dabei nimmt aus Erfahrung gerade dieser sehr viel weniger Geld. Genauso ist es in anderen Bereichen. Die Leute holen sich auf irgendeiner Fortbildung einen Schein und schon können Sie sich xy nennen und ziehen den ahnungslosen Leuten das Geld aus der Tasche. Tja der Tiermarkr ist halt auch ein boomender Wirtschaftszweig...

  • #16

    Petra (Samstag, 30 November 2019 08:07)

    Grossartiger Artikel der absolut den Nerv trifft. Nach mehr als 40jähriger Pferdeerfahrung seh ich das genauso

  • #17

    Vera (Samstag, 07 Dezember 2019)

    Toll geschrieben, sehe ich auch so....vor kurzem hatte ich ein Video meiner Stute in einer Pferdegruppe eingestellt und gefragt, ob irgendetwas auffällig ist. Mein Pferdchen wurde von den "Fachleuten" komplett zerpflückt... angeblich vorne links lahm, total verspannt, schlecht laufend, schlecht aussehend usw... dabei war gerade vorher der TA da und hat bescheinigt, dass das Pferd nach einer Griffelbein OP (hinten rechts!) komplett lahmfrei ist und es sich in einem guten Allgemeinzustand befindet...das Video hat mir gezeigt, daß viele auf Schaukelpferden besser aufgehoben wären. Ich reite seit 1971, aber wenn mein Pferd sich irgendwie anders verhält, lahmt oder sonstige Schmerzen zeigt, hole ich den Tierarzt und frage nicht bei Facebook..

  • #18

    Uschi (Samstag, 07 Dezember 2019 10:35)

    Allein bis ich das "passende Bodenpwrsonal" zusammen hatte das Physio, THP + TA bestand hat 3,5 Jahre gedauert. Hab damals mit einem stürzenden Pferd angefangen. Mein gesunder Menschenverstand und einige Fachbücher haben dabei geholfen! Nach 2 Jahren eigenes Pferd kappte ich sämtlichen Unterricht und machte mein eigenes Ding. Das was ich nicht konnte tat ein Reitlehrer aus Ö, der Rest vom Boden aus. Alle 5 Wochen Physio, viele Spaziergänge bergauf- und ab und vieles mehr. Wir hatten ein ganz anderes Pferd! Was ich dennoch anprangere sind die Stallbetreiber die sich anmaßen sich in meine Fütterung derart einzumischen, dass ernsthafte Erkrankungen entstehen, dass man abgewatscht wird mit: du hast ja keine Ahnung ich mach das schon seit 50 Jahren so! Ich bezahlte für ordentliches Futter, hatte oft das Gefühl ich stell ihm für viel Geld einen Komposter dahin. Da muss sich grundlegend ziemlich viel ändern und zwar bald! Es kann doch nicht sein dass ich reichlich Geld zusätzlich für ein in VP stehendes Pferd bezahlen muss, dass sich monatlich in Höhe von 250 Euro ohne Mifu bewegt, der SB sich ins Fäustchen lacht und weiterhin Futter reduziert. Ach ja mein Friese war stets untergewichtig! Es sind also nicht immer nur die Pferdebesitzer!

  • #19

    Nicole (Donnerstag, 12 Dezember 2019 09:48)

    Ja, richtig. ABER: manchmal wird vor lauter Theorie einfach mal vergessen gut zu reiten. Zu TUN! Generell ist Wissen und Lernen gut, wenn dann aber vor lauter Theorien Angst hat, was falsch zu machen und dann NIX gemacht wird, wird das Pferd auch krank.. Wie immer hilft der gesunde Mittelweg.