Sandra Rodwell

 

An meine erste Pferdebegegnung kann ich mich nicht bewusst erinnern; Pferde waren gefühlt immer schon ein natürlicher Teil in meinem Leben. Den Widerständen meiner Eltern ggü. meines Hobbies trotzte ich erfolgreich, nahm aber ihnen zu Liebe nach dem Abi mein Lehramtsstudium auf, obgleich ich eigentlich lieber auf einen Platz an der tiermedizinischen Fakultät gewartet hätte.

Trotz des anstregenden Studiums, folgenden Referendariats und der Festanstellung an einem Berliner Gymnasium blieb ich meinen Pferden treu. Ich bildete mich stetig fort und konnte so ein immer besseres Verständnis für das Wesen des Pferdes und die Funktionsweise des Körpers erlangen. Als mein Traber Lino dann mit all seinen körperlichen und geistigen Problemen in mein Leben trat, merkte ich, wie wenig ich trotz jahrzehtelanger Pferdeerfahrung  und etlichen Fortbildungen darüber wusste, wie das "System Pferd" eigentlich funktioniert und dass bei Weitem mehr dazu gehört  als das, was ich bis hierhin gelernt hatte.

In Folge dessen begann ich neben meinem Lehrerberuf die Ausbildung zur Pferdemanagerin bei Karin Kattwinkel/Equo Vadis. Hier bekam ich Antworten auf viele Fragen und musste zugeben, wie wenig ich bis dahin wirklich über das Pferd wusste und Denkweisen komplett neu erlernen. Im Anschluss hängte ich direkt die Ausbildung zur Pferdegesundheitstrainerin ran.

Die Zeit bei Karin war der ausschlaggebende Punkt für mich, meinem Lehrerjob nach und nach den Rücken zu kehren, um mein Wissen mit anderen Pferdehaltern zu teilen, denen es so geht wie es mir ging, bevor ich meine Reise antrat.

Fortbildungen sind ein zentraler Bestandteil meines Arbeitens. Ich nehme mindestens 6x jährlich an solchen teil. 

 

Fort- und Weiterbildungen

 

 Ein Auszug meiner Fort- und Weiterbildungen :

  • Trainerclinics bei Dr. Vivian Gabor
  • biomechanisch korrektes Reiten (Ralf Döringshoff)
  • Longen- und Doppellongenarbeit bei Lisa Kittler und Karin Kattwinkel
  • Sitzschulung (u.a. bei Ralf Döringshoff, Ljudmila Schmid, Centered Riding Instructor und auf dem Reitsimulator Langenselbold)
  • Doppellongenarbeit als therapeutische Maßnahme (Karin Kattwinkel)
  • Ethologie/Zucht (Karin Kattwinkel)
  • Exterieurbeurteilung (Karin Kattwinkel; Ralf Döringshoff)
  • Fütterung (Fortbildungen bei Constanze Röhm und Dr. Christina Fritz)

  • Haltung/Stallmanagement (Karin Kattwinkel)

  • Immunologie und Pathologie (Veranstaltungen an der FU Berlin und TiHo Hannover)

  • Physiologie (Karin Kattwinkel)

  • Zahnkunde (FU Berlin und TiHo Hannover)
  • Erste Hilfe (Karin Kattwinkel)
  • Hufkunde (FU Berlin und TiHo Hannover)
  • Anatomie und Biomechanik (Fortbildungen bei Ralf Döringshoff, Anatomie Symposium Uni Leipzig)
  • Sattelkunde (Fortbildung bei Desmond O'Brien, Sattelsymposium an der Uni Leipzig)
  • Kräuterheilkunde für Tiere (THP Sibyll Matzdorf)
  • Blutegeltherapie bei Pferden (THP Sibyll Matzdorf)

 Seit Januar 2020 bin ich Gründungsmitglied im von Karin Kattwinkel ins Leben gerufenen Verein Pferdeschutzengel e.V. und unterstütze diesen dabei, eine Lobby für das Pferdewohl zu schaffen.

In diesem Video stelle ich mich als Pferdeschutzengel kurz vor und erläutere, was ich für das Wohl der Pferde tue.



Pferde


Lino, Ex-Trabrennsportler (*2008)

Lino kam am Valentinstag zu mir. Er war sowohl physisch als auch physisch als komplettes Wrack zu bezeichnen. Schlau, wie er ist, verweigerte er es am Ende seiner Rennkarriere, das Geläuf überhaupt zu betreten, weshalb er letztlich auch abgegeben wurde. Diese Schlauheit, gepaart mit seinen körperlichen und seelischen Wehwehchen haben mich während seiner Ausbildung zum Reitpferd mehr als einmal verzweifeln lassen.

Mittlerweile ist er ein sehr fein zu reitendes Pferd. Dennoch zeigt er einem sehr genau, wenn er etwas anders sieht als ich. Seine Tagesform muss ich im täglichen Training daher sehr stark berücksichtigen, um ihn bei Laune zu halten.

 

 

Jorgo, P.R.E. (*2012)

Jorgo lernte ich auf einem Seminar in Barcelona kennen. Hier ritt ich ihn während der Zeit mehrfach und am Ende hatte ich wider Erwarten und durch die Überredungskünste meines lieben Mannes ein Pferd im Gepäck.

In Deutschland angekommen und nach einiger Zeit der Eingewöhnung stellte uns eine Kolik mit Not-OP und den daraus resultierenden Folgen vor große Herausforderungen. Der muskuläre Aufbau gestaltete sich ungewöhnlich langwierig, erst mit Einstieg in die Equikinetic erlangten wir kleine Durchbrüche. Dennoch hatte ich von Beginn an bereits in Spanien das Gefühl, dass da irgendwo noch etwas schlummerte, denn er hatte immer wieder Probleme, seine Hinterhand einzusetzen, speziell auf der rechten Hand im Galopp. Ein Ultraschall brachte Gewissheit: Massiver Fesselträgerschaden, der offenbar schon lange Bestand hatte, vermutlich bereits in Spanien. Aussichten als Reitpferd: Keine.

Durch angepasstes Training und verschiedenste manuelle und naturheilkundliche Verfahren haben wir der Diagnose getrotzt und das Bein macht aktuell einen guten Eindruck. Ich habe noch nicht aufgegeben.

 

Ponymann , Lewitzer-Painthorse-Mix (*2017)

Ponymann ist im Dezember 2020 zu uns gestoßen. Mit seiner Ausbildung beginne ich gerade. Er soll mich in den H3 for Kids-Seminaren unterstützen und den jüngeren Pferdemenschen den Umgang mit dem Pferd näherbringen. Seine Mama ist gestorben, als er gerade mal 2 Monate alt war und er ist dementsprechend sehr stark auf Menschen fixiert. Manchmal hat man Mühe, sich gegen seinen Kuschel-Einforderungen zu wehren. Dabei ist er aber stets höflich und im Allgemeinen ein wirklich tolles Pferdchen.

Mein Mann ist sein größter Fan und vielleicht bekomme ich diesen noch auf die Kutsche, wenn Ponymann soweit ist.